Es ist nicht leicht, sich mitzuteilen…

…vor allem dann nicht, wenn man sich der professionellen Texterei verschrieben hat. Denn dann neigt man zu stilistischem und grammatikalischem Perfektionismus und verliert sich in der Formatierung, statt im Inhalt.

Ja, ich schreibe jetzt hauptberuflich Texte. Zumindest so lange, bis ich eine Anstellung gefunden habe. So kann ich mir ein kleines Taschengeld dazu verdienen.
Mein Plan war eigentlich, in Zukunft von der Texterei und dem PC- Unterricht zu leben. Denn das kann ich. Es macht mir Freude. Mein Ding.

Leider hab ich „vergessen“, dass ich ein fauler Mensch mit so gut wie keiner Selbstdisziplin bin und in einer schlechten Stimmungsphase nicht so produktiv zund kreativ bin wie sonst.
Vergessen trifft es nicht ganz. Ausgeblendet wohl schon eher.
Offensichtlich habe ich bei der Selbsteinschätzung noch viel zu lernen. Dieses gewackel zwischen Selbstverzweiflung und Narzissmus geht mir nämlich ziemlich auf den Keks.

Sicher, es ist gut zu wissen, dass man etwas kann und auch, was man kann. Seine Stärken und Schwächen einordnen zu können ist wichtig im Alltag. Denn es ist Teil unserer Identität und auch eine Grundlage dafür, wie und mit wem wir unser Leben gestalten und verbringen.
Wenn aber dieses Selbstbewusstsein in Überheblichkeit und Selbstüberschätzung mündet – dann wird es kompliziert.
Ich lebe dann nicht nur in einer Scheinwelt und stelle mich über andere. Nein, ich beginne zu manipulieren und blende realistische Aspekte des Lebens aus.

Bis ich wieder auf der Nase lieg.

Aktuell schwanke ich stark in meinem Empfinden.

Stundenweise geht es mir gut. Aufstehen klappt. Buchladen klappt. Texten klappt.
Doch dann kommen die dunklen Momente.
Selbstzweifel, Selbsthass, Wut, Fluchtgedanken, Flashbacks, Erinnerungen, Träume…
In diesen Momenten dann nicht zur Rasierklinge zu greifen oder die Zigarette eben nicht auf dem Körper auszudrücken ist schwer. Es gelingt mir oft, zu widerstehen. Manchmal eben nicht.

Gott sei Dank bin ich nun wieder in der Ergo und auch die Therapie hat wieder angefangen. Das hilft mir viel, weil wir dort Strategien und Auswege erarbeiten und ich auch einen anderen Blickwinkel gezeigt bekomme. Und weil ich einfach auch dort einen Platz habe, wo meine Gedanken und Gefühle einen Platz haben.

In der Therapie und in der Ergo kann ich Gedanken aussprechen, Gefühle zeigen und Wünsche oder Sehnsüchte äußern, ohne Angst haben zu müssen, abgestempelt oder eingewiesen zu werden.
Es ist wichtig für mich zu wissen und zu erleben, dass meine Therapeutinnen mich ernst nehmen. Mit all meinem Inneren.

Hier kann ich aussprechen, wenn ich am liebsten weglaufen möchte. Hier kann ich weinen. Hier kann ich ankommen mit meinem Chaos.
Und auch wenn ich ständig wieder von vorne anfangen muss in bestimmten Themen: dann kann ich immer wieder damit in der Therapie landen und werde nicht alleine gelassen.
Trotzdem sind meine Theras ehrlich, direkt und waschen mir auch mal den Kopf.

Ich danke Gott für meine Therapeutin und meine Ergotherapeutin.
Ich danke Gott für meine Freunde.
Ich danke Gott für meine Gemeinde.

Amen.

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