Der Kampf um mein neues Leben

Seit einer Woche habe ich nun eine neue Arbeit. Als ich die Zusage bekommen habe, hab ich mich gefreut wie bekloppt. Und kurz darauf: Rückfall. Alkohol, Selbstverletzung, Herzrhythmusstörungen. Krankenhaus. Ein ganzes Wochenende.

Eigentlich möchte ich in die Klinik. Psychiatrie. Mich bemitleiden, versorgen und betütteln lassen. Arm dran sein und der Welt zeigen, dass ich ja Veränderung aus meinem alten Leben heraus will, aber nicht kann. Dass ich viel zu instabil und schwach bin, für mich zu sorgen und Verantwortung für mein Leben zu tragen.

Es kämpft in mir.

Gedanken an Aufgeben, an Selbstmord, an Fallenlassen quälen mich. Gefühle der Angst und Zerrissenheit und Panik überfallen mich.

Die alte Masche meines alten Ichs.

Weit und breit keinen Therapietermin.

Ich dreh am Rad, zieh ich zurück, suhle mich im Selbstmitleid und in meinem alten Ich.

Doch irgendwann treffe ich die Entscheidung, nach vorne zu gehen. Arbeiten zu gehen, Ratte in Schacht zu halten, das bisher erarbeitete nicht zu annullieren.

Also stehe ich jeden Tag auf und gehe zur Arbeit.

Nein, es ist nicht plötzlich einfach und schön und rosarot mit Glitzerstaub. Ich bin schließlich kein Einhorn.
Es ist anstrengend und gemein und schwer und lästig. Hinzu kommen eine Sehnenscheidenentzündung, Finanzkrise und Nervenentzündungen. Freunde, die meinen Geburtstag vergessen haben. Und außerdem ist es irgendwie halt grad ätzend.

Aber ich gebe nicht auf!

Stück für Stück werde ich mir das neue Leben erobern.

Gott, Freunde und Therapeuten stehen an meiner Seite und ich bin nicht allein. Sie geben mir Tritte in den Hintern, ermahnen mich und ermutigen mich.

In der Bibel steht in Römer 8, 31-39

„31Was kann man dazu noch sagen? Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein?
32 Gott hat sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle dem Tod ausgeliefert. Sollte er uns da noch etwas vorenthalten?
33 Wer könnte es wagen, die von Gott Auserwählten anzuklagen? Niemand, denn Gott selbst spricht sie von aller Schuld frei.
34 Wer wollte es wagen, sie zu verurteilen? Keiner, denn Jesus Christus ist für sie gestorben, ja, mehr noch: Er ist vom Tod auferweckt worden und hat seinen Platz an Gottes rechter Seite eingenommen. Dort tritt er jetzt vor Gott für uns ein.
35 Was also könnte uns von Christus und seiner Liebe trennen? Leiden und Angst vielleicht? Verfolgung? Hunger? Armut? Gefahr oder gewaltsamer Tod?
36 Man geht wirklich mit uns um, wie es schon in der Heiligen Schrift beschrieben wird: »Weil wir zu dir, Herr, gehören, werden wir überall verfolgt und getötet – wie Schafe werden wir geschlachtet!«
37 Aber dennoch: Mitten im Leid triumphieren wir über all dies durch Christus, der uns so geliebt hat.
38 Denn ich bin ganz sicher: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch irgendwelche Gewalten,
39 weder Hohes noch Tiefes oder sonst irgendetwas auf der Welt können uns von der Liebe Gottes trennen, die er uns in Jesus Christus, unserem Herrn, schenkt.“

Als ich diesen Brief in meiner Bibe lese, wird mir wieder bewusst, dass ich WIRKLICH nicht alleine bin.

Amen!

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