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Es ist Montag morgen. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und draußen ist es A***kalt. Doch in mir ist eine genießerische Ruhe entstanden.

Ich sitze in der Küche und es scheint nur eines zu geben: Gott und mich.

Nein, mein Leben ist nicht plötzlich ruhig und ausgeglichen und es gibt keine Glitzerstaubwölkchenmomente. Aber diesen Moment mit Gott heute morgen, den gibt es. Statt Glitzer streu ich Kaffee drauf.

Als ich so nachdenke, wie die letzten Wochen waren, frag ich mich unweigerlich auch, wieso das mit Gott und mir so ein Hin und Her ist. Ein Auf und Ab. Liegt es an meinem Verhaltensmuster à la hug & hate? Oder ist es normal? Wie (er-) leben das andere Christen, die sich ehrlich hinterfragen?

Ich bin generell ein Mensch, der beziehungstechnisch sehr antriebsarm ist. Ja, ich habe Freunde, aber wir hocken nicht ständig aufeinander. Ich kann ganz gut alleine sein. Und ich liebe es, auch mal einen Sonntag mich nur ins Bett zu legen, die Decke anstarren und ein Hörbuch zu hören. Herrlich.

Tja, also das ist so eine Frage die mich grad beschäftigt.

Ansonsten ist einiges passiert. Ich wurde zweimal Ersatztante. Werde bald wieder Großcousine. Oh und was ganz Witziges war noch:

Vor drei Wochen im Gottesdienst war unsere Lobpreisleiterin alleine. Da hör ich von Gott „spiel heute mit.“ Äh… ich? Aber ich hab noch nie mitgespielt… Trotzdem hab ich Sarizia gefragt und die hat sich gefreut. Also hockte ich mich aufs Cajon und trommelte mit. Das war echt klasse und ich hab gespürt, wie sehr ich das gemeinsame Musizieren und dabei andere in Gottes Gegenwart führen, vermisst habe.

Das Ergebnis war, dass ich nun offiziell in der Lobpreisband mitspielen darf.

Blöderweise habe ich mir einen Tag danach den Ellbogen gebrochen mit Bänderschaden… Nun muss ich drei Wochen warten…

Was meinen therapeutischen Prozess angeht, gehe ich weiter voran. Die Lage hat sich etwas beruhigt und ich hab an innerer Sicherheit gewonnen. Trotzdem ist das Thema Manipulation noch nicht vom Tisch. Doch wir – meine Therapeutin und ich – konnten rausarbeiten, dass es mit meinem Mutterthema zu tun hat.

Das bedeutet nicht, dass meine Mutter „schuld“ ist, sondern dass mein subjektives Erleben, also wie ich als Kind manches erlebt habe, mein Verhalten geprägt hat.

Das Verhalten anderer Menschen, insbesondere der Menschen denen wir anvertraut sind, prägt uns. Gerade Kinder lernen durch Imitation. Das bedeutet wiederum, dass sie sehr genau beobachten und auch, dass sie jedes Detail wahrnehmen.

Ich erlebe das immer wieder, wenn ich zum Beispiel draußen stehe zum Rauchen. Oft „erwische“ ich mich dabei, dass ich genau so da stehe wie mein Stiefvater da stand, als er noch geraucht hat. Oder dass ich auf dem Sofa liege wie er oder auf dem Stuhl sitze wie er.

Bezogen auf meine Mutter habe ich eher andere Sachen abgeguckt. Die Tupperdosenschubladenordnung zum Beispiel. Die Art und Weise, die Wäsche aufzuhängen. Oder wie rum die Klopapierrolle richtig drin hängt.

Interessant.

Aber das bedeutet doch auch, dass ich mir von meinem himmlischen Vater jede Menge abgucken kann… oder?

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