Heute ist es sonnig draußen und die Luft ist klar. Ich liebe solche Tage. Mit Schlabberhose und Kuschelpulli klebe ich an der Heizung und beobachte die Welt da draußen.

Vägel sammeln sich in Scharen und bereiten sich auf den Winter vor. Eichhörnchen huschen durch den Garten. Die Fische im Teich gehen auf den Grund und beginnen die Winterruhe. Vereinzelt fliegen noch Bienen herum, auf der Suche nach pollenträchtigen Blumen. Doch auch die Blumen ziehen sich zurück. Bäume färben ihr Laub und lassen es zu Boden fallen.

Als ich ein einzelnes Gänseblümchen sehe frage ich mich, ob es mutig und hart gesotten oder ob es lebensmüde ist. Es wird erfrieren, wenn es sich nicht bald vor der Kälte schützt.

Und ich? Was passiert mit mir, wenn ich mich nicht auf den Winter vorbereite? Muss ich mich schützen, wenn ich durch den unbeleuchteten Park laufe spät abends? Was ist mit meiner Stimmung? Lauert die nächste Depression hinter dem Schatten des Herbstes? Jagen der Schnupfen und die Erkältung mir nach, wenn ich keine Jacke anziehe? Gebe ich meinem Verlangen nach und ziehe mich vor den Menschen zurück? Schlafe ich mehr als sonst?

Noch bin ich nicht tief gefallen, in die sonst jährliche Herbst- Winterdepression. Kein Schnupfen, keine Erkältung, keine nächtlichen Krisensituationen. Doch in mir spüre ich, wie ich eigentlich darauf warte.

Ich frage mich warum. Warum rechne ich mit den Katastrophen? Ich habe in den letzten fast anderthalb Jahren viel udn intensiv an mir gearbeitet. Wäre es nun nicht an der Reihe, das Gute zu erwarten?

Es erfüllt mich mit Dankbarkeit, dass es grad ganz gut läuft mit dem Aufstehen, dem Duschen und der Stimmung. Es ist wie ein Lohn für meine Arbeit. Und auch ein Geschenk von Gott.

Ich beschließe, das Gute zu erwarten. Und die Angst vor der Dunkelheit loszulassen.

Die vergangenen Jahre waren geprägt von Depression und Dunkelheit. Es ist mir bekannt. Ich hab mich „eingerichtet“ damit. Es loszulassen fällt mir schwer. Denn das Neue, ein Leben ohne seelischem Mühlenstein und Depression – es ist unbekannt für mich. Ich weiß nicht, was kommt. Wie es läuft und wohin es führt. Doch ich will raus aus den alten Mustern und rein in ein neues Leben.

Also fälle ich die Entscheidung.

Und warte gespannt, was die Tage bringen.

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