R.I.P. – wenn Freunde sterben

In den letzten Monaten und Jahren habe ich viele Freunde an die Ewigkeit „verloren“. Krankheit, Suizid, Alter – viele Art und Weisen, die das Leben beendet haben. Es schmerzt. Ich bin nun 30 Jahre alt und frage mich oft, wieso ich von Menschen umgeben bin, die dem Tod manchmal näher stehen als dem Leben.

Vergangenen Mittwoch hat sich meine Freundin Be das Leben genommen. Mit einem Medikamentencocktail und einer Überdosis Lithium.
Be und ich haben uns in einer Klinik kennengelernt und angefreundet. In den letzten Wochen ging es ihr schlecht und wir haben täglich – manchmal mehrfach – telefoniert.

Doch ich konnte ihr nicht helfen. Und ich habe nicht interveniert, trotz dass ich von ihren Suizidgedanken und -plänen wusste.
Das bedeutet, dass mich ganz klar auch eine Schuld trifft.

Diese Erkenntnis ist schwer zu ertragen. Auszuhalten.

Und ich werde wohl noch viel Zeit brauchen, um an den Punkt zu kommen, mich dafür nicht zu zerfleischen.

Mein Leben steht Kopf. Wie geht ich mit dieser Schuld um? Was mach ich mit dieser entsetzlichen Wut in mir drin? Gestehe ich Be dennoch auch diese Entscheidung zu, ihr Leben beendet zu haben? Kann ich es verstehen, nachvollziehen und trotzdem falsch finden? Was sagt Gott dazu?

Was denkt Gott überhaupt über Suizid? Todsünde? Unrecht? Freier Wille?

Meine Gedanken überschwemmen mich. Meine Augen fließen über. Mein Herz sticht vor Schmerz, Angst und Trauer.

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