Subjekt, Objekt, Prädikat – die Grammatik des Lebens

Drei Monate sind nun vergangen, seit ich den Kontakt auf Zeit abgebrochen habe. Meine Familie ist verletzt, enttäuscht und wütend. Sie sagen, dass ich die Familie für meinen Zustand, mein Kranksein verantwortlich mache. Dass ich die Unwahrheit sage und in der Therapie nicht ehrlich bin. Was zur Folge habe, dass der wahre Grund für meine Depressionen nicht ans Licht käme.

Ich denke viel darüber nach.

Nein, ich bin nicht unehrlich in der Therapie. Und nein, die Familie ist nicht an meinem Unheil schuld. Dennoch ist es einfach die Tatsache, dass für mich in der Familie vieles schief gelaufen ist. Dass meine beiden Schwestern das anders empfinden, mag daran liegen, dass sie nicht hochsensibel sind. Ich empfinde anders. Nehme anders wahr. Und somit war es mein Erleben und für mich war manches einfach schlimmer als für andere.

Das bedeutet nicht, dass ich objektiv betrachtet in einer schrecklichen Familie aufgewachsen bin. Oder meine Eltern mich schlecht behandelt hätten. Doch mein subjektives Erleben ist die Realität für meine Seele. Mein eigenes Erleben prägt, erfreut, verletzt, ermüdet, ermuntert meine Seele – unabhängig davon, wie andere Menschen das erleben oder einschätzen.

Es ist sehr schwer, anderen Menschen begreiflich zu machen, dass das Objektive nicht  mit dem Subjektiven übereinstimmt. Ja, frage ich mich gerade, MUSS es denn übereinstimmen? Und: welche Subjektivität nimmt man denn als Objektivität?

Auch wenn der Kontakt zu meinen Eltern und meiner jüngeren Schwester nun gebrochen ist, liebe ich sie nach wie vor. Ich kann verstehen, dass insbesondere meine Mutter sehr verletzt ist.
Dennoch fühle ich mich innerlich befreit. Und ich spüre: es ist jetzt gerade der richtige Weg.

Doch was ist nun das Prädikat meines Lebens?

Darüber denke ich nach.

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