Gnade – wenn man nicht bekommt, was man verdient hat.

Gestern wollte ich vormittags mit dem Bus und der Bahn in die Stadt fahren. Da ich aktuell mal wieder pleite bin, wollte ich einfach mit einem alten, nicht mehr gültigen Ticket fahren. Also schwarz und alles andere als jesus-like.

Der Busfahrer lies mich durch, doch im Bus war ein extra Kontrolleur. Tja und er kontrollierte auch mich und deckte den Schwindel auf.
Er wollte wissen, warum ich das mache.
Ich schluckte meine aufsteigenden Tränen hinunter und antwortete einfach ehrlich, dass ich kein Geld habe.

Der Kontrolleur fragte mich, wieso ich nicht einfach beim Busfahrer gefragt hätte, ob er mich ausnahmsweise so mitnehme und reichte mir ein Taschentuch für die nun doch hervor blubbernden Tränen.

Ich rechnete fest damit, dass ich nun ein Bußgeld zahlen und den Bus verlassen müsse.

Doch nichts dergleichen.

Wortlos zog der Kontrolleur seinen Geldbeutel hervor, legte 2,10€ beim Busfahrer auf die Geldkassette und reichte mir dann den Fahrschein.

Immernoch bin ich sprachlos. Über diese Großzügigkeit. Diese Gnade, nicht das bekommen zu haben, was rechtens gewesen wäre und was ich auch verdient gehabt hätte.

Wir denken oft, dass es Gnade ist, dies und das und jenes zu bekommen, zu haben, zu ergattern. Egal ob materiell, monetär oder geistlich und geistig. Doch wenn man es genau nimmt, ist Gnade, dass wir nicht bekommen, was man verdient.

Ich halte mich oft für einen Gutmenschen. Größenwahnsinnig. Retterin der Nation. Denn ich bin ja so und so und so. Habe dieses Können, Wissen, diese Talente.
Aber wenn ich mich ehrlich betrachte. Ausschließlich darauf schaue, was ich aus eigener Anstrengung und eigenem Vermögen geschafft und hervorgebracht habe… das ist wirklich nicht viel.

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3 Gedanken zu “Gnade – wenn man nicht bekommt, was man verdient hat.

  1. marabluemle 21. April 2017 / 7:06

    Mich erinnert das an eine Situation in der (wenn ich mich richtig erinnere) 2. Klasse Grundschule. Wir haben damals gespart .d.h. jedes Kind konnte wöchentlich einen kleinen Betrag mitbringen und das wurde dann auf ein Sparkonte einbezahlt. Ich bekam jede Woche eine Mark von zu Hause mit und durfte die der Lehrerin geben zum Einzahlen.
    Andere Kinder bekamen 1,50 Mark wöchentlich und das hat mich damals wohl so neidisch gemacht, dass ich eines Tages ein 50 Pfennig Stück, das auf dem Lehrerpult lag, einfach an mich nahm und beim nächsten mal 1,50 Mark auf mein Sparkonto einzahlte.
    Die Lehrerin hat gefragt, wer die 50 Pfennig genommen hat, ich war zu feige, es zuzugeben. Ich trage es aber zumindest im Gedächtnis bis heut mit mir herum. Es war mir eine Lehre, seitdem habe ich nie wieder was „stibitzt“.

    Vielelicht muss man diese Situation mal erlebt haben, das schlechte Gewissen, das Wissen, dass man da etwas völlig falsch gemacht hat, mit sich herumtragen, um hinterher „geheilt“ zu sein und solchen Versuchungen widerstehen zu können.

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  2. Manuel 15. Februar 2017 / 13:05

    Ich bin überwältigt von Gottes Liebe, welche Gnade du von ihn erfahren hast.Genauso wie ich von der Liebe Jesu beglückt bin, solltest du es Liebe Ines auch sein. In Johannes 10,30 sagt Jesus: „Ich und der Vater sind eins.“ Die Elberfelder Studienbibel übersetzt nach dem Urtext: „Gott und Jesus sind sich einig.“ Wie schön! Gott, der Vater, und Gott, der Sohn, sind sich einig. Ohne Vorleistung, sondern allein aus Gnade sInd wir geliebt. Da kann man nur anbeten! God Bless You und er weiss immer was Du brauchst und wird es dir geben. Geb nicht auf sondern glaube an deine Träume und Kämpfe weiter, der Herr wird immer dir zu seite stehen, egal in welchen Zeiten.

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