Mörder, Depressive und die Toten

Heute ist Mittwoch. Samstag ist Putztag in der WG. In der WG- Besprechung legten wir fest, wer welche Aufgabe hat. Meine Aufgabe war das Treppenhaus. Es ist ungleich weniger zu tun, wie die anderen beiden mit der Küche oder dem Wohn- und Essbereich. Doch ich bin dankbar dafür, dass sie auf meine Schwachheit eingegangen sind. Die Vorstellung, viel im Haushalt tun zu müssen, hat mich gestern den Tränen nahe gebracht. Durch die Depression fühle ich mich so stark wie ein Wackelpudding und mein Bedürfnis nach Aufgaben und Pflichten ist so riesig wie ein Fliegenpups.

Manchmal frage ich mich, was Gott mit einem so schwachen Menschen wie mir will. Außer schlafen und atmen bekomme ich nichts in ausreichenden Maß hin. Wenn ich mir dann die Bibel anschaue, komme ich ins Staunen und mein Herz wird mir leichter. Gott hat Männer und Frauen erwählt, die völlig unterschiedlich geartet waren.

Mörder, Depressive, Säufer, Feiglinge, Kranke, sogar Tote.

Noah war ein Säufer
Abraham war zu alt
Isaak war ein Träumer
Jakob war ein Lügner
Gideon hatte Angst
Rahab war eine Prostituierte
Jeremia war zu jung
David hatte eine Affäre
Elia war ein Selbstmordkandidat
Jona lief weg vor Gott
Johannes war selbstgerecht
Die Jünger schliefen ein beim Gebet
Marta hat sich um alles Sorgen gemacht
Maria war zu faul
Maria Magdalena war besessen
Die Samariterfrau schlief ständig mit anderen
Petrus war zu impulsiv
Markus hatte aufgegeben
Lazarus war tot.

Ich stelle mir die Frage, wo ich stehe. Bei den Säufern? Psychisch Kranken? Oder bin ich schon tot?

 

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