Die Schatten der Nacht und des Lebens

Es ist kurz nach 4.00Uhr morgens. Draußen ist es noch dunkel – ebenso wie in meinem Kopf. Ich kann nicht mehr schlafen. Schon die halbe Nacht habe ich mich mit mir und meinen inneren Schatten auseinandergesetzt. Irgendwann bin ich aufgestanden und hab ein bisschen vor mich hin programmiert, um mich abzulenken.

Ich bin temporär Mitarbeiterin in einem Forum für Missbrauchs- und Gewaltopfer. Obwohl ich nur ein bisschen programmieren wollte, lese ich ein paar Beiträge. Es berührt mich. Macht mich wütend. Und ich spüre in mir diese Not dieser vielen vielen Frauen. Es ist grausam, all diese Geschichten zu lesen. Diese Schicksale mitzutragen. Und zu wissen: es sind keine Geschichten. Es sind Erfahrungen. Leidenswege.
Wie dankbar bin ich, dass mein Lebensweg nicht von solch einem unsäglichem Leid gezeichnet ist!

Nach ein paar Stunden leg ich mich wieder ins Bett. Zweiter Versuch.

Gescheitert.

Zweifel kommen in mir auf. Angst. Fragen. Wut. Traurigkeit.

Gott, wo warst du? Wo bist du? Was geht in dir vor, wenn du diese Frauen und Männer, Mädchen und Jungen ansiehst? Ihr tiefes Leid siehst. Ihre Not. Zerrissenheit.

Diese Frage beschäftigt mich die halbe Nacht.

Ich habe keine Antwort darauf. Wie so oft. Doch eines weiß ich:

die Schatten der Nacht und des Lebens, die ans Licht kommen, verlieren ihren Schrecken und ihre Macht!

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