Wohlfühlgott und Wampenreligion

Eine Freundin und ehemalige Kollegin schreibt mir eine SMS. Sie ist nicht von allem begeistert, was ich schreib. Auf Nachfrage sagte sie, dass ihr das mit Gott zu einfach klingt. Als wenn man nur an Gott glauben muss und alles ist gut.

Ich denke über ihre Gedanken nach.

Ja, wir Christen möchten manchmal dieses Bild vermitteln, dass ein Leben mit Gott einfacher ist. Wir vor Gefahren gefeit sind. Wir niemals Mangel, Missbrauch oder Not erleben müssen. Manchmal denke ich, wir Christen versuchen unseren Gott zu verteidigen und zu rechtfertigen. Unseren Glauben zu verteidigen und zu rechtfertigen. Damit wir nicht als dumm und naiv und leichtgläubig dastehen.

Und nein. Mit Gott zu leben bedeutet niemals nicht ein Wohlstandsleben in der Comfortzone zu leben. Zum einen ist Gott kein Wohlfühlgott auf einer flauschig rosanen Wolke und zum anderen leben wir in einer Welt voller anderer Menschen und auch mit uns selbst. Es sind wohl die wenigsten Menschen die morgens aufstehen, vor den Spiegel gehen und sagen „guten Morgen du sexy Wuchtbrumme!“. Wenn wir uns selbst begegnen, rutschen wir wohl meist in die größten Schwierigkeiten.

Was ich eigentlich sagen will: ein Leben mit Gott an der Seite ist nicht immer schön. Genauso, wie jedes andere Leben auch. Ich kenne so viele gläubige Menschen aller Religionen und kenne genauso viele nicht gläubige Menschen. Jeder hat sein Päckchen oder seine ganze Postfiliale zu tragen. Für mich liegt der Unterschied darin, dass ich weiß: ich bin nicht alleine damit. Jesus selbst hat unglaublich leiden müssen. Wurde bespuckt, ausgepeitscht, beschimpft, ans Kreuz genagelt. ER weiß wirklich, was es heißt zu leiden… wie so viele andere Menschen auch.

Jesus hat mich vielleicht aus den schweren Momenten meines Lebens nicht rausgeholt. ABER er kam in diese schweren Momente meines Lebens mit hinein. Er hat mit mir gelitten. Manchmal stelle ich mir vor, wie er weinend daneben stand.

Die Frage nach dem Warum kann ich nicht beantworten. Jeder Versuch einer Antwort spottet den Opfern von Leid. Doch ich möchte darauf vertrauen, dass Gott es im Blick hat.

Wie Frau Dr. Käßmann einmal sagte „Wir können niemals tiefer fallen als in Gottes Hand!“

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