Berri, Paule und die Zimtzicke

In Saarbrücken gibt es viele Hunde. Also richtige Hunde, nicht diese kleinen Trethupen über die man stolpert, wenn man auf ’nem hochfloorigen Teppich läuft.

Einer dieser Hunde ist Berri. Ich habe keine Ahnung, ob er wirklich Berri heißt, aber ich finde, er sieht aus wie ein Berri. Berri ist ein schwarzer Mischlingshund. Irgendwie sieht er aus wie ein Schaf mit seinen dünnen Beinchen und seiner dicken Wolle. …äh, seinem dicken Fell. Berri und ich treffen uns fast täglich, wenn er seine Runde dreht und ich zur Bushaltestelle hetze. Sein Frauchen scheint nett zu sein. Jedenfalls lächelt sie mich immer an. Ob sie sprechen kann weiß ich leider nicht. Sie lächelt immer nur, sagt aber nie etwas – egal in welcher Sprache ich sie begrüße.

Berri schien mir ein gemütlicher Zottelhund zu sein. So habe ich es heute gewagt, bei ihm stehen zu bleiben und ihn an meiner Hand schnuppern zu lassen. Das Ergebnis war, dass er knurrte und mir seine weißen Beisserchen präsentierte. Ups. Na dann geh ich doch mal schnell weiter. Er scheint wohl doch ein Hund im Schafspelz zu sein…

Auf dem Rückweg von der Haltestelle nach Hause guckte ich in der Luft herum, bis plötzlich etwas mit einem Quietscheentchenton von rechts aus dem Gebüsch geschlonzt kam. Ein Kater.

Paule ist ein komprimierter Hauskater mit erweiterter Kuschelspeckzone. Und einem abgefahrenen Schwanz. Etwas überrascht blieb ich stehen und überlegte mir, ob ich meine Hand nochmal riskieren solle. Aber da Kater ja nicht knurren und die Zähne fletschen, entschloss ich mich, Paule eine Chance zu geben.

Sofort schmiegte der kleine dicke Kater sich an meine Hand und ließ sich genüsslich von mir kraulen. Ein paar Schritte begleitete er mich dann auch noch, blieb dann aber sitzen und ignorierte mich.

Zuhause angekommen, setzte ich mich auf die Treppe, um noch eine Zigarette zu rauchen. Eine weiße Main- Coon- Katze kam ums Eck geschossen, blieb wie angewurzelt stehen und setzte sich dann erst mal.

Ich denke, es ist weithin bekannt, dass ich ein Katzenliebhaber bin.

So lockte ich sie an. Ich wollte sie uuuuuuuuuuunbedingt streicheln. Die Katze stand auf, schlawenzelte ein bisschen ums Treppengeländer, kam zwei Stufen hoch und schnurrte. „Na wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, so kommt der Berg eben zum Propheten!“ dachte ich mir und rutschte noch eine Treppenstufe nach unten. Gerade als ich sie berühren wollte, drehte sich Madame um, streckte ihren Hintern in die Höhe und stiefelte davon.

-.- olle Zimtzicke

So im Nachhinein denke ich mir, dass wohl in jedem von uns ein Berrie, ein Paule oder eine Zimtzicke steckt. Zeiten, in denen wir niemanden an uns ranlassen, Zeiten, in denen wir sehr auf Nähe aus sind und Zeiten, in denen wir arrogant sind und sehen wollen, dass andere uns begehren (im weitesten Sinne).

Entlastend und befreiend ist es doch, zu wissen, dass Gott alle unsere Berrie-, Paule- und Zimtzickentage kennt. Und uns dennoch nicht alleine lässt. Vielleicht gehen wir nicht den Weg, den Gott für uns vor hatte. Doch trotzdem ist er an unserer Seite. Und das auch noch mit Schafwolle, plattem und zu kurzem Schwanz oder auch mit unbestechlicher Schönheit.

Hier noch ein kleines Lied von mir:

 

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