Koffer, Kisten und Familie

Vor einer Woche war es nun soweit. Ich hab meine Bude ausgeräumt. Der Hauskreis war da und hat mir geholfen. Auch Jan war da. Er gehört zwar nicht zum Hauskreis, hat aber trotzdem geholfen. Ohne große Umschweife hat er den Schlafzimmerschrank und das Bett zerlegt. Agathe, Ina, Jutta und Margit haben Möbel, Kisten und Kartons die Treppe runter geschleppt und in den großen Sprinter von bosch Tiernahrung, meiner Arbeitsstelle, geladen. Ich lief in der Wohnung rum wie ein verwirrtes Huhn und war überfordert. So viele Leute, so viel Chaos. Ich schämte mich, dass ich es nicht schaffte Möbel zu schleppen. Doch die anderen fanden das gar nicht schlimm.

Es ist gut, Freunde zu haben, die helfen. Die sich kümmern, wenn man nicht kann. Und noch besser ist es, wenn man dazu noch eine Familie hat, die einen dann unterstützt, aushält und trägt.

Voller Staunen blicke ich immer wieder auf die vergangenen Jahre zurück und wie sehr sich die Beziehungen meines Herzens verändert haben. Ich war kein einfaches Töchterlein. Meine Pubertät war wohl für alle familiär Beteiligten eine Zeit der Prüfung, wenn nicht sogar eine Zeit des Leidens. Jähzorn, Heimlichkeit und Manipulation bestimmten meinen Alltag. Und Lügen.

Trotz, dass ich damals auch schon Jesus nachfolgte log ich sehr viel. Bei allen möglichen und unmöglichen Anlässen. Den Menschen in den christlichen Gefilden, in denen ich mich bewegte, erzählte ich viele Lügen um Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich wollte Aufmerksamkeit, gelten, Zuneigung… und hab das alles mit Liebe verwechselt…

Es krachte Zuhause oft. Wegen Mücken und wegen Elefanten. Die Beziehung zu meinen Eltern war meinerseits eine Katastrophe. Als ich dann auszog hatten wir kaum noch Kontakt und ich versuchte auch immer, ihn zu meiden. Als ich dann 2011 meine Ausbildung zur Industriekauffrau begann, begann die Beziehung zu wachsen und sich zu bessern. Und heute haben wir eine sehr enge Beziehung, meine Familie und ich.

Ich kann aus freien Stücken und voller Überzeugung sagen: Ja! Ich liebe meine Familie von ganzem Herzen! Jeden Einzelnen: meinen Paps, meine Määm, meine große Schwester mit Mann und Sohn und meine kleine Schwester mit Mann.

Es ist für mich ein Wunder. Ich weiß, dass viele Menschen für meine Familie und mich gebetet haben. Und es versetzt mich in Staunen und erfüllt mein Herz mit Tränen der Dankbarkeit, zu sehen, wie Gott diesen Samen wachsen und gedeihen lässt. Es macht Mut, Hoffnung.

Ist er denn nicht viel größer als unsere Felsen im Herzen?

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