Ohne Worte: Frust

Arbeitslosigkeit: Frust.
Unordnung in der Wohnung: Frust.
Zoff mit Freunden: Frust.
Regenwetter: Frust.
Übergewicht: Frust.
Kranksein: Frust.

Frust. Frust. Frust.

Ein interessantes Wort. Frust.
Wenn man es ganz oft hintereinander sagt, bekommt man Fussel zwischen die Zähne.

In der Wortherkunft kommt „Frust“ aus dem lateinischen und wird heutzutage als „Enttäuschung“ verwendet. Ursprünglich bedeutet es aber Täuschung, Irrtum, Schaden, Nachteil.

Habe ich mich getäuscht? Ist mein Leben ein Irrtum? Bin ich ein Schaden für die Welt? Bedeutet meine Existenz ein Nachteil für mein Umfeld?

Momentan stelle ich wieder vieles an und in mir in Frage. Suche meine Identität. Meinen Sinn. Meine Sinnstiftigkeit. Meine Berufung. Meinen Weg.

In all dem Chaos. Aller Frustration. Allen Tränen. Allem Grübeln. Aller Trauer. Aller Wut. Allem Hass. Allem Selbsthass. Aller Selbsttäuschung und Selbstschädigung. In jeder Alltagsuntauglichkeit. Und in jedem Kampf.
In all dem habe ich einen festen Halt.

Gott ist mein Halt.
Luther schrieb ein Lied „Eine feste Burg ist unser Gott“ – ich singe mit Luther dieses Lied.

Ich will Gott vertrauen. Ihm gehorchen. Ihm danken.

Ich sage dem frommem Aber- Glauben ab.
Dieser Aber- Glaube, der sagt „Ich könnte dieses oder jenes, ABER wenn es vielleicht doch nicht klappt?“ oder „Ich gehe nach vorne und lasse altes und ungutes Verhalten hinter mir, ABER wenn ich vielleicht versage?“

Gott macht aus Frust das genaue Gegenteil.

Freude.
Erfüllung.
Glück.
Inhalt.
Zufriedenheit.
Auftrieb.
Rückendeckung.
Hilfe.
Eroberung.
Erfolg.
Sieg.

Daran glaube ich.
Daran halte ich mich fest.

Darin hält Gott mich fest.

Danke Herr. Amen.

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Die Krisenkreisel in meinem Kopf

Es ist kurz vor halb zwei nachts und in meinem Kopf herrscht ein munteres Treiben düsterer Gedanken.

Der Tod meines Vaters beschäftigt mich.
Der Umgang meiner Oma mit mir in dieser Sache beschäftigt mich.
Die zerbrochene Freundschaft zu Gabriele und Klaus beschäftigt mich.
Meine Finanzen beschäftigen mich.
Meine Arbeitssituation beschäftigt mich.

Alles brüllt „hier!“ und ich weiß nicht, was ich tun soll.

Ich fühle mich gelähmt. Innerlich.

Ab und zu laufen mir Tränen über mein Gesicht. Aber innerlich fühle ich mich irgendwie… dumpf. Eigentlich möchte ich schlafen. Doch ich kann nicht schlafen.
Schon lange nicht mehr. Vier oder fünf Wochen vielleicht.
Ich schiebe es auf die Medikamentenumstellung.

So richtig weiß ich nicht, wo ich anpacken soll, um die Kurve zu kriegen.
Auf keinen Fall soll es jetzt schon wieder bergab gehen.
Nein.

Ich versuche, in der Realität, im Hier und Jetzt zu sein und zu tun, was zu tun ist.
Morgen hab ich ein Vorstellungsgespräch.
Ich habe mich darauf vorbereitet. Ich will diese Arbeitsstelle.

Plan? Vielleicht wäre das ne gute Idee. Einen Plan machen.
Ich krame den Wochenplan wieder raus und schiebe meine Termine hin her. Spiele Termintetris. Obwohl ich nicht so viele Termine habe, kommt es mir vor, als ob ich nur unterwegs sein muss diese Woche.

Aber das ist vielleicht ganz gut so.

Ja, Struktur hilft gegen das Wirrwar in meinem Kopf.
Vielleicht wird aus dem Chaos in meinem Kopf ja bald ein Chor.

RIP Papa

Heute hat meine Oma angerufen. Mein leiblicher Vater ist gestorben.
Zuerst war ich sehr gefasst.

Doch nun berührt es mich sehr.
Meine Tränen laufen.

Und ich habe Schuldgefühle. Denn ich habe ihm nicht von Jesus erzählt. Irgendwann sicher schon einmal. Aber nie habe ich ihn aufgefordert, sein Leben mit Gott zu leben.

Ich hoffe es und ich wünsche es mir, dass Gott ihn bei sich aufgenommen hat.

Und dass Gott mir vergibt.

5 vor 12

Die Redewendung „Es ist 5 vor 12“ kennt wohl jeder irgendwie.

Ich hatte gestern ein 5 vor 12 – Erlebnis: der Gang auf die Waage.
Dabei habe ich nicht 5 vor 12, sondern 500 vor 100 erlebt. Nur noch 500 Gramm und ich habe 100 Kilo auf den Rippen

In den letzten Wochen habe ich meine Gewichtszunahme schon bemerkt. Mein Herz spinnt mehr als sonst, die Lunge muss mehr tun als sonst – selbst bei kleinsten Anstrengungen, die Hosen passen plötzlich ohne Gürtel und meine Shirts sind statt légère jetzt eher so in Richtung figurbetonend.

Ups!

Also was tun? Also was tun!

Für mich ist klar, dass Abnehmpillen, Abführmittel, Erbrechen und Hungern nicht in die Tüte kommen. Hab ich alles schon durch – und gebracht hat es Null!
Das einzige, das mir wirklich Spaß gemacht hat und auch wirksam war, war tatsächlich Sport.
Eigentlich jogge ich total gern, schwimme, spiele richtig gern Volleyball, Fußball und Faustball. Klettern und Federball sind richtig klasse!

Wer mich sieht, wird das vermutlich nicht von mir denken. In den letzten Jahren hab ich so gut wie keinen Sport gemacht. Höchstens Rittersport und Prinzenrolle. Aber joggen? Klettern? Schwimmen? Nö!

So richtig weiß ich nicht, wie ich anfangen soll mit dem Abnehmen. Vermutlich mit dem ersten Kilo. Fitnessstudio kommt genauso wenig wie die Kotzerei in Frage. Dazu liebe ich die Freiheit in der Natur zu sehr. Außerdem lebe ich hier in einem Ort mit direktem Waldanschluss – was will ich mehr?

Aber mit 50 Kilo Übergewicht joggen gehen? Ich glaube nicht, dass meine Knie und mein Herz das lange mitmachen.
Doch ein Hund? Kann ich mir den ausleihen irgendwo?
Als ich 2005 zu einem Praktikum auf der Insel Föhr war, bin ich jeden Tag zweimal je mindestens 2h mit den beiden Hunden spazieren gegangen. Mit dem Ergebnis, dass ich in 4 Wochen 18 Kilo abgenommen habe. In den folgenden 6 Wochen habe ich nochmals 10 Kilo abgenommen durch den Ferienjob und die dezent portionierten Mahlzeiten meiner Oma.

Also ist es ja eigentlich nur logisch, dass ich mich bewegen muss. Und zwar in einem Maß, das ich auch dauerhaft halten kann.
Täglich 2 Stunden spazieren zu gehen ist utopisch. Aber ich plane mir 20 Minuten pro Tag ein, in denen ich mich bewusst und aktiv bewege. Fenster putzen, spazieren, Gymnastik,…

Nun brauche ich noch einen Zieleplan.

50 Kilo sind eine Menge Holz. Ich muss mich quasi einmal halbieren.

Weja.

Was ist realistisch? Klar will ich die 50 Kilo so schnell wie möglich abnehmen. Aber eben auch so nachhaltig wie möglich. 5 Kilo im Monat klingt nicht so viel. Aber es überfordert mich vermutlich.
Also plane ich 1 Kilo pro Monat abzunehmen und zu halten.
Das heißt, bis zum 31. Dezember möchte ich 9 Kilo weniger haben.

Der Gedanke, dass ich auf diesem Weg über vier Jahre brauche, um die 50 Kilo abzunehmen, ist gruselig. Doch der halbe Zentner ist ja auch nicht in einem Jahr entstanden. Ja, wie lange hab ich mir den denn eigentlich angefressen?

Wenn ich mir so mein Fotoalbum anschaue, ist es nicht ganz einfach den Zeitraum zu entdecken. Ich schätze mal, dass es so mit ca. 10 Jahren begonnen hat.
Nun… das sindüber 20 Jahre, da geb ich mir gerne die 4 Jahre zum Abnehmen.

So – let’s go!

Poiema

Vor ein paar Tagen hat mir eine liebe Freundin dieses Lied von Könige & Priester geschickt. Das Lied kenne ich schon einige Zeit, doch nie zuvor habe ich mich gefragt, was der Titel des Songs bedeuten soll.

„Poiema“.

Nach einigem Forschen habe ich herausgefunden, dass das Wort in der griechischen Sprache schlicht und einfach „Gedicht“ heißt. Allerdings im Neugriechischen.

Die ursprüngliche Bedeutung des Begriffes Poiema ist viel tiefer. Es ist nicht nur eine Übersetzung, eine Bedeutung. Nein. Es ist viel mehr eine Liebesgeschichte.

Eigentlich kommt Poiema aus dem Altgriechischen und meint in seiner ursprünglichen Herkunft ein Werk, eine Schöpfung, eine Komposition, die direkt aus dem Herzen seines Schöpfers entspringt.
Was ist das für ein Bild! Was ist das für eine Tiefe!

Tatsächlich kommt Poiema in der Bibel öfter vor. Sowohl im alten und auch im neuen Testament. Wow.

Eine ganze Liebesgeschichte in einem Wort.

Poiema

Die Frau im Bus

Heute fuhr ich mit dem Bus in die Stadt. Dass manche Menschen laut reden ist wohl inzwischen normal. Ob am Handy oder mit anderen Businsassen- das spielt keine Rolle. Zwangsläufig bekommt man dabei etwas von den laut redenden Fahrgästen mir.

Heute war eine Frau mit im Bus, die ihrem Sitznachbarn erzählte, wie sie versucht hat, durch das Leben zu kommen. Pulsadern aufschneiden, Tablettenüberdosis, Alkohol, etc…
Dabei stellte ich mir die Frage, wieso sie so laut spricht. Denn eigentlich sind das keine Themen, die man mal so eben jedem wildfremden Menschen anvertraut. Nach meiner Auffassung zumindest.

Beim Aussteigen schaute ich die Frau an. Das Leben hatte Spuren in ihrem Gesicht und ihrem Körper hinterlassen. Sie sah mitgenommen aus. Etwas ungepflegt und erschöpft.
Man sah ihr an, dass es nicht besonders gut lief für sie bisher.
Ich mache mir Gedanken, was sie erlebt hat.

Missbrauch? Vergewaltigung? Misshandlung?
Wurde sie jemals bedingungslos geliebt? Hat sie jemals gehört „Du bist wertvoll!“?

Es macht mich immer wieder fassungslos, wie es Leben zerstört, wenn man nicht geliebt wurde oder wird. Wenn man niemanden hat, der einem mal sagt „Hey, es ist schön, dass es dich gibt!“.

Diese Frau befindet sich in einem Kreislauf von Selbstablehnung, Vergangenheit und Abhängigkeit. Klinik, Medikamente, Alkohol.

Das ist tragisch. Denn Gott hat sie zur Freiheit berufen. Auch zur inneren Freiheit. Mit seiner Hilfe und auch mit der Hilfe von Menschen können wir aus dem Gefängnis unserer Erfahrungen herauskommen.
Bin ich so eine Hilfe für andere Menschen? Ich weiß es nicht.
Will ich so eine Hilfe für andere Menschen sein? Ich weiß es nicht.

Die Begegnung mit dieser Frau hat mir bewusst gemacht, wie reich beschenkt ich bin.
Mit Therapeuten die ehrlich und ausdauernd mit mir arbeiten.
Mit Freunden, die mich lieben und unterstützen.
Mit einem Gott, der mich nicht alleine lässt.
Mit Mitmenschen, die mir auch mal den Kopf waschen.

Es ist nicht leicht, sich mitzuteilen…

…vor allem dann nicht, wenn man sich der professionellen Texterei verschrieben hat. Denn dann neigt man zu stilistischem und grammatikalischem Perfektionismus und verliert sich in der Formatierung, statt im Inhalt.

Ja, ich schreibe jetzt hauptberuflich Texte. Zumindest so lange, bis ich eine Anstellung gefunden habe. So kann ich mir ein kleines Taschengeld dazu verdienen.
Mein Plan war eigentlich, in Zukunft von der Texterei und dem PC- Unterricht zu leben. Denn das kann ich. Es macht mir Freude. Mein Ding.

Leider hab ich „vergessen“, dass ich ein fauler Mensch mit so gut wie keiner Selbstdisziplin bin und in einer schlechten Stimmungsphase nicht so produktiv zund kreativ bin wie sonst.
Vergessen trifft es nicht ganz. Ausgeblendet wohl schon eher.
Offensichtlich habe ich bei der Selbsteinschätzung noch viel zu lernen. Dieses gewackel zwischen Selbstverzweiflung und Narzissmus geht mir nämlich ziemlich auf den Keks.

Sicher, es ist gut zu wissen, dass man etwas kann und auch, was man kann. Seine Stärken und Schwächen einordnen zu können ist wichtig im Alltag. Denn es ist Teil unserer Identität und auch eine Grundlage dafür, wie und mit wem wir unser Leben gestalten und verbringen.
Wenn aber dieses Selbstbewusstsein in Überheblichkeit und Selbstüberschätzung mündet – dann wird es kompliziert.
Ich lebe dann nicht nur in einer Scheinwelt und stelle mich über andere. Nein, ich beginne zu manipulieren und blende realistische Aspekte des Lebens aus.

Bis ich wieder auf der Nase lieg.

Aktuell schwanke ich stark in meinem Empfinden.

Stundenweise geht es mir gut. Aufstehen klappt. Buchladen klappt. Texten klappt.
Doch dann kommen die dunklen Momente.
Selbstzweifel, Selbsthass, Wut, Fluchtgedanken, Flashbacks, Erinnerungen, Träume…
In diesen Momenten dann nicht zur Rasierklinge zu greifen oder die Zigarette eben nicht auf dem Körper auszudrücken ist schwer. Es gelingt mir oft, zu widerstehen. Manchmal eben nicht.

Gott sei Dank bin ich nun wieder in der Ergo und auch die Therapie hat wieder angefangen. Das hilft mir viel, weil wir dort Strategien und Auswege erarbeiten und ich auch einen anderen Blickwinkel gezeigt bekomme. Und weil ich einfach auch dort einen Platz habe, wo meine Gedanken und Gefühle einen Platz haben.

In der Therapie und in der Ergo kann ich Gedanken aussprechen, Gefühle zeigen und Wünsche oder Sehnsüchte äußern, ohne Angst haben zu müssen, abgestempelt oder eingewiesen zu werden.
Es ist wichtig für mich zu wissen und zu erleben, dass meine Therapeutinnen mich ernst nehmen. Mit all meinem Inneren.

Hier kann ich aussprechen, wenn ich am liebsten weglaufen möchte. Hier kann ich weinen. Hier kann ich ankommen mit meinem Chaos.
Und auch wenn ich ständig wieder von vorne anfangen muss in bestimmten Themen: dann kann ich immer wieder damit in der Therapie landen und werde nicht alleine gelassen.
Trotzdem sind meine Theras ehrlich, direkt und waschen mir auch mal den Kopf.

Ich danke Gott für meine Therapeutin und meine Ergotherapeutin.
Ich danke Gott für meine Freunde.
Ich danke Gott für meine Gemeinde.

Amen.

Siegreich auf die Nase…

Nach 6 Tagen, an denen ich gearbeitet habe und angestellt war, habe ich die Kündigung erhalten. 6 Tage. Das hab ich bisher noch nicht hingekriegt.
Die Kündigung kam für mich sehr überraschend. Die offizielle Begründung lautet „Sie passen nicht ins Unternehmen.“.
Was an mir passt nicht in das Unternehmen?

Selbstzweifel, Trotz, Wut, Enttäuschung, Frustration. All das macht sich in mir breit.

Doch immer mehr bildet sich in mir die Wut, nicht aufzugeben. Der Trotz, dran zu bleiben und eine neue Stelle zu finden.
Und bis es soweit ist, nutze ich meine kreativen Gaben, um Geld zu verdienen.

Aufgeben ist nicht mehr! Depressiv sein ist auch nicht mehr!

Siegen ist jetzt!

Neustart

Es ist kurz vor 5.00 Uhr morgens und ich hock am Schreibtisch und sortiere Unterlagen. Bis jetzt habe ich diese Nacht noch kein Auge zugetan. Warum weiß ich nicht.

Aber es geht mir gut. Es ist kein müdes Vor- mich- hin- geschleppe.
Ich bin schlicht und einfach nicht müde. Also bin ich aufgestanden und hab ich nützlich gemacht.

In mir ist Aufbruchstimmung.
Ein neues Jahr steht an. 2019.
Früher rechnete ich immer voraus, welches Alter ich zu dieser und jener Jahreszahl haben würde. Und es war irgendwie unvorstellbar jenseits der 1999 noch am Leben zu sein.
Nun sind es beinahe 20 Jahre her, seit die Welt das Millennium gefeiert hat. 19 Jahre, in denen die Welt schon mindestens 19 Mal untergegangen ist.

6935 Tage.
6935 Nächte.

6935 Mal ist die Sonne auf- und wieder untergegangen. Fühlt es sich so viel an?
Ich habe mir nie darüber Gedanken gemacht. Irgendwie fühlen sich 6935 Sonnenaufgänge viel mehr an, als ich es tatsächlich bewusst wahrgenommen habe.

In meinem Leben habe ich bereits 11 315 Sonnenaufgänge erlebt.

Das hört sich irgendwie schöner an wie „Ich bin 31 Jahre alt.“
Es wäre doch nett, wenn man in Sonnenaufgängen zählen könnte.

„Wie alt sind Sie denn?“
„Ach, ich bin 11 315 Sonnenaufgänge alt.“

So viel dazu.

Ich war bei der Aufbruchsstimmung.

Ein neues Jahr bricht an. 2019.
Gleichzeitig bricht für mich auch ein neuer Abschnitt an: Am 02. Januar beginne ich an einer neuen Arbeitsstelle.

Es ist ein unglaubliches Gefühl. Eine Vorfreude, gemischt mit Angst, Gespanntsein und Dankbarkeit. Und dem unbedingten Willen, meine Sache gut zu machen.

Eine Festanstellung zu haben ist jetzt genau der richtige Schritt, um wieder auf die Füße zu kommen!

Klar, es wird herausfordernd. Schon allein meine Schwierigkeiten mit dem Aufstehen verursachen Herzrasen und Schweißausbrüche. Krieg ich das hin?

Und das Duschen… schaffe ich es?

Wo krieg ich anständige Kleidung her?

Und Schuhe?

Reicht meine Kraft aus?

Wird es sehr anstrengend, bis ich mich eingewöhnt habe?

Ja. Da ist Angst. Aber auch Trotz, die letzten anderthalb Jahre Therapie in der Praxis zu testen.
Jetzt ist die Chance, zu handeln.

In der Bibel steht im Judasbrief „Ein Glaube ohne Taten ist wertlos.“
Mit dem Wissen ist es auch so. Wenn ich mein Wissen nicht in Taten einsetze, ist mein Wissen nichts wert.

Ich habe viel Wissen. Viel nützliches und viel unnützes Wissen.
Ich weiß wieso der Himmel blau ist, wieso in der Teflonpfanne nichts kleben bleibt und wie die Plastikenden an den Schnürsenkeln heißen. Ich weiß, dass Pinguine Knie haben und Heuschrecken ihre Ohren an den Beinen. Ich weiß die Wurzel von 17 auswendig und weiß, wie man Fisch in der Spülmaschine zubereitet und Brot mit dem Bügeleisen toastet.

Doch was nutzt all dieses Wissen, wenn es in meinem Kopf bleibt?
Es verleitet nur zur Überheblichkeit und Hochmut.

Ich war ein Klugscheißer. Durch und durch.

Jetzt werde ich ein Bessertäter.