Aktuelle News

In der nächsten Zeit steht vieles an. Viele erfreuliche Dinge, viel Neues und Aufregendes, viel Anstrengendes.

In zwei Wochen bin ich beruflich in Bochum und werde eine Fortbildung genießen. Da freu ich mich drauf, obwohl ich schon ein bisschen Angst habe. Werde ich einen guten Eindruck hinterlassen? Komme ich intellektuell mit? Wie sind die Kolleginnen und Kollegen dort? Wird es Situationen geben, die mich in innere Konflikte bringen?

Auch der Weg hin und zurück ist für mich aufregend. Mit dem Zug werde ich fahren. Das werde ich genießen.

Kurz nach der Fortbildung werde ich umziehen. In eine eigene kleine Wohnung mit einem riiiiiiieeeeeeeeeeeßigen Garten außen rum. Es ist eine kleine Dachgeschosswohnung und wird wegen ihrer Lage auch „Rapunzelzimmer“ genannt. Ob da wohl dann auch der verschnarchte Prinz mit seinem lahmen Gaul endlich vorbei kommt? Hoffen wir mal das Beste!

Dann im Juli werde ich im Rahmen meiner Buchladentätgkeit in Frankreich auf einem christlichen Festival in Frankreich mit dabei sein. Mit’Him heißt es und ist recht bekannt. Ich bin mal echt gespannt!

Dann stehen noch die Sanitäterausbildung, der Arabischkurs, der PC- Kurs den ich gebe, usw an.

Viel zu tun. Viel vorzubereiten.

Aber jetzt gerade schau ich positiv in die Zukunft und freue mich drauf.

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Wenn man sich selbst für besser hält…

Seit geraumer Zeit steht in meinem inneren Prozess die Manipulation und die Täuschung im Raum. Manipulation und Täuschung von anderen und auch von mir selbst.
Ich war davon überzeugt, die Sache gut zu machen und sowohl die Manipulation, als auch die Täuschung immer weiter im Griff zu haben.

Nunja, während der letzten 3 oder 4 Wochen wurde ich eines besseren belehrt. Nichts hab ich im Griff. Ich stehe nicht pünktlich auf, betrachte Lebenssituationen einseitig, denke, lebe und handel schwarz- weiß und gehe auch so mit anderen um.

Bumm.

Es frustriert mich. Bin ich einfach zu blöd dafür?

Offensichtlich.

Werde ich es jemals im Griff haben?

Offensichtlich nicht.

Ich habe Angst, dass meine Ergotherapeutin den Bettel hinschmeißt und mich aufgibt. Kommende Woche werde ich sie danach fragen.

Die Angst, verlasse zu werden begleitet mich.
Die Angst, andere so schlecht zu behandeln, dass sie daran zerbrechen… erdrückt mich schier.
Die Angst, anderen weh zu tun, sie zu triggern, sie zu demütigen und zu erniedrigen – nimmt mir oft die Luft zum Atmen.

Aber diese Ängste führen bei mir nicht nachhaltig zur Veränderung meines Denkens und Verhaltens. Ich gehe weiter mit Menschen um, wie mit einem ausgetretenen Turnschuh.

Es frustriert mich.

Es ärgert mich.

Es ängstigt mich.

Was, wenn ich mich nicht änder? Ich soll doch meinen Nächsten wie mich selbst lieben.
Will ich überhaupt die Energie aufbringen, mich zu verändern?
Welchen Gewinn habe ich, so zu sein wie ich bin?
Wo kommt das her?

Was brauche ich, um mich zu verändern? Nachhaltig zu verändern?
Wie schaffe ich es, den Weg zu gehen?

Seufzend packe ich mein Bündel und mache mich neu auf den Weg. Schritt für Schritt, Stein für Stein.

Dem Ziel entgegen.

Jesus.

 

 

Der Kampf um mein neues Leben

Seit einer Woche habe ich nun eine neue Arbeit. Als ich die Zusage bekommen habe, hab ich mich gefreut wie bekloppt. Und kurz darauf: Rückfall. Alkohol, Selbstverletzung, Herzrhythmusstörungen. Krankenhaus. Ein ganzes Wochenende.

Eigentlich möchte ich in die Klinik. Psychiatrie. Mich bemitleiden, versorgen und betütteln lassen. Arm dran sein und der Welt zeigen, dass ich ja Veränderung aus meinem alten Leben heraus will, aber nicht kann. Dass ich viel zu instabil und schwach bin, für mich zu sorgen und Verantwortung für mein Leben zu tragen.

Es kämpft in mir.

Gedanken an Aufgeben, an Selbstmord, an Fallenlassen quälen mich. Gefühle der Angst und Zerrissenheit und Panik überfallen mich.

Die alte Masche meines alten Ichs.

Weit und breit keinen Therapietermin.

Ich dreh am Rad, zieh ich zurück, suhle mich im Selbstmitleid und in meinem alten Ich.

Doch irgendwann treffe ich die Entscheidung, nach vorne zu gehen. Arbeiten zu gehen, Ratte in Schacht zu halten, das bisher erarbeitete nicht zu annullieren.

Also stehe ich jeden Tag auf und gehe zur Arbeit.

Nein, es ist nicht plötzlich einfach und schön und rosarot mit Glitzerstaub. Ich bin schließlich kein Einhorn.
Es ist anstrengend und gemein und schwer und lästig. Hinzu kommen eine Sehnenscheidenentzündung, Finanzkrise und Nervenentzündungen. Freunde, die meinen Geburtstag vergessen haben. Und außerdem ist es irgendwie halt grad ätzend.

Aber ich gebe nicht auf!

Stück für Stück werde ich mir das neue Leben erobern.

Gott, Freunde und Therapeuten stehen an meiner Seite und ich bin nicht allein. Sie geben mir Tritte in den Hintern, ermahnen mich und ermutigen mich.

In der Bibel steht in Römer 8, 31-39

„31Was kann man dazu noch sagen? Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein?
32 Gott hat sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle dem Tod ausgeliefert. Sollte er uns da noch etwas vorenthalten?
33 Wer könnte es wagen, die von Gott Auserwählten anzuklagen? Niemand, denn Gott selbst spricht sie von aller Schuld frei.
34 Wer wollte es wagen, sie zu verurteilen? Keiner, denn Jesus Christus ist für sie gestorben, ja, mehr noch: Er ist vom Tod auferweckt worden und hat seinen Platz an Gottes rechter Seite eingenommen. Dort tritt er jetzt vor Gott für uns ein.
35 Was also könnte uns von Christus und seiner Liebe trennen? Leiden und Angst vielleicht? Verfolgung? Hunger? Armut? Gefahr oder gewaltsamer Tod?
36 Man geht wirklich mit uns um, wie es schon in der Heiligen Schrift beschrieben wird: »Weil wir zu dir, Herr, gehören, werden wir überall verfolgt und getötet – wie Schafe werden wir geschlachtet!«
37 Aber dennoch: Mitten im Leid triumphieren wir über all dies durch Christus, der uns so geliebt hat.
38 Denn ich bin ganz sicher: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch irgendwelche Gewalten,
39 weder Hohes noch Tiefes oder sonst irgendetwas auf der Welt können uns von der Liebe Gottes trennen, die er uns in Jesus Christus, unserem Herrn, schenkt.“

Als ich diesen Brief in meiner Bibe lese, wird mir wieder bewusst, dass ich WIRKLICH nicht alleine bin.

Amen!

Der Stand des Faulpelzes in Gottes Reich

Zur Zeit arbeite ich hart in der Therapie. An mir. An der bequemen und faulen Ines. Ich habe ihr einen anderen Namen gegeben. Ich habe sie Ratte genannt.

Viele Alltagsnotwendigkeiten erledige ich nicht, weil ich schlichtweg zu faul bin. Müll rausbringen, pünktlich aufstehen, Hausaufgaben machen, mich mit mir auseinandersetzen, putzen, Termine einhalten, duschen, Aufgaben erfüllen, kochen, gut mit Geld umgehen,… undsoweiterundsofort.

Mal faul zu sein, ist nichts schlimmes. Aber es kommt – wie so oft – auf das Maß an. Und auch darauf, wann ich mir die Faulheit „gönne“ oder ob sich die Faulheit die Herrschaft in meinem Leben „gönnt“. Heute bin ich nicht in den Gottesdienst, weil ich zu faul war, mich zu waschen und anzuziehen. Stattdessen lag ich bis 15h im Bett. Nachdem die Katze eine Weile auf mir rumgeturnt ist und meine Blase etwas genörgelt hat, hab ich mich aus dem Bett gewuchtet.
Ich hab es nicht mal genossen, im Bett zu liegen. Weil ich genau wusste, dass es eine falsche Entscheidung war: dem Gottesdienst fernbleiben und meiner Faulheit freie Hand zu lassen.

In der Ergo habe ich schon zwei Mal gegen Ratte geboxt (am Boxsack). Frau S. ist in die Rolle von Ratte und ich war ich. Beim zweiten Boxtermin kam vieles aus mir raus und ich war fest entschlossen, Ratte nie wieder Raum zu geben in mir und meinem Leben. Natürlich bin damit grandios gescheitert. Die ersten Tage gingen ganz ok, doch ich hatte nicht damit gerechnet, dass in so vielen kleinen Augenblicken ein Kampf ansteht gegen die Faulheit.

Schon wenn ich morgens aufstehe, geht es los damit, Ratte in Schacht zu halten und ihr keinen Raum zu geben. Dann im Bad: Dusche oder Waschlappen? Shampoo oder Bürste? Dann vorm Kleiderschrank: Gammelshirt oder ordentlich? Jeans oder Jogginghose? In der Küche: Bibel oder Kreuzworträtsel? Nichtstun oder Frühstück? Hunger oder Vesper für den Tag? Müll in den Keller oder überquellen lassen und andere diese Aufgabe erledigen lassen? Außer Haus: Bus oder Zug? 20 Minuten zu Fuß oder 5 Minuten? Coffee to go oder Busfahrkarte? Eiskugel und schwarzfahren oder warmes Wasser aus der Wasserflasche und ehrlich sein?
Und ich bin noch nicht mal bei der Hälfte des Tages angekommen…

Nachdem ich heute Nachmittag aus dem Bett gefallen bin, sitze ich in der Küche und lese in dem Buch „Sprüche“ in der Bibel. Mein Augenmerk fällt auf einen Vers, in dem steht „Faulheit macht schläfrig und wer träge ist, muss hungern.“ (Sprüche 19, 15)

Autsch.

Ich habe heute bis in den Nachmittag hinein geschlafen. Und habe seit einer Woche kein Geld mehr, was natürlich auch auf meine Nahrungsmittelzufuhr Auswirkungen hat. (Ich muss nicht wirklich hungern, aber ich kann nicht für mich selbst sorgen, sondern bin auf die Hilfe von anderen angewiesen).

Mein Interesse ist geweckt: Was denkt Gott über den Faulpelz?
Ich forsche weiter.

Es gibt viele Stellen in der Bibel, die sich über Faulheit, Trägheit, Müßiggang, etc auslassen. Es erschreckt mich. Und öffnet mir die Augen: Ich habe keinen guten Stand bei Gott mit meiner Faulheit.

Ich forsche weiter in der französischen, englischen und italienischen Bibel, in verschiedenen Übersetzungen.

Gott hat mich gepackt. Erwischt. Entlarvt. Ich werde etwas ändern müssen. Ich will etwas ändern.
Doch ohne Gott schaffe ich es nicht. Er muss mir helfen, konsequent zu bleiben.

Bitte hilf mir, Ewiger. Hab Gnade und Erbarmen mit mir. Fordere mich und forme mich. Lehre mich Demut und Fleiß. Mach mich zu einer Frau nach deinem Herzen, damit mein Herz im selben Takt schlägt wie deines.

Ich mache mich wieder auf. Gestärkt durch Gottes Ermahnung.

Die größte aller Aufgaben

Jeder Mensch, insbesondere jede Frau, kennt das Auf und Ab der Gefühle. Hin und Her der Gedanken. Vor und Zurück des Wollens und Vollbringens.

Auch ich erlebe diese Tage die ganze Dimension des Gefühlskarussells. Auf und ab, hin und her, vor und zurück.

Eigentlich geht es mir doch gut. Wieso nur spüre ich so einen emotionalen Shitstorm in mir? Übertragen andere Menschen um mich herum ihre Wut und ihre Agression auf mich oder ist sie in mir drin? Wie gehe ich damit um?

Es gibt vieles, für das ich momentan dankbar sein kann. Ein gutes und schönes Zuhause, ein Vorwärtskommen in der Therapie, Gebrauchtwerden im Buchladen, die Katze zuhause, ein Vorstellungsgespräch für eine Stelle, die mich sehr sehr sehr interessiert, Sonnenschein, Kaffee, und so weiter.

Doch in mir spüre ich, dass irgend etwas nicht stimmt.

Meine Familiensituation beschäftigt mich. Meine Mutter hatte vor ein paar Tagen Geburtstag. In wenigen Tagen hat meine Nichte ihren ersten Geburtstag. Ich vermisse meinen Neffen Paul.

Es fühlt sich wie Versagen an, dass ich keinen Kontakt mehr zu Paul habe. Ich wollte immer eine Tante sein, die für ihn da ist. Die ihn erleben und spüren lässt, dass er bedingungslos geliebt ist. Ich wollte eine Tante sein, zu der er Vertrauen hat und auf die er sich verlassen kann und zu der er immer kommen kann.

Und nun? Wenn ich reflektiere, dann sehe ich, dass nichts von all dem eingetreten ist. Es macht mich traurig. Tränen kullern mir über die Wange. Und unweigerlich frage ich mich, ob ich etwas in ihm kaputt gemacht habe, indem ich einfach weggegangen bin. Aber im Gegensatz weiß ich auch, dass meine Abwesenheit ihn wahrscheinlich besser schützt wie mein Dasein.

Mein Gebet ist, dass er in dem tiefen Vertrauen und der Gewissheit aufwachsen darf, geliebt und wertvoll zu sein – egal was seine Eltern, seine Großeltern, seine Geschwister, seine Cousinen und Cousins und seine Tanten und Onkel tun oder lassen oder sagen oder nicht sagen. Ich bete für ihn – mehr kann ich momentan nicht tun.

Und doch scheint es mir so viel mehr zu sein, als wenn ich bei ihm wäre.

Diese Großzügigkeit Gottes, Menschen in seinen Segen zu hüllen – wie groß ist es, dass es nicht von meiner Nähe oder Distanz zu meinem Neffen abhängig ist. Ich weiß, dass Gott bei Paul ist.

Diese doch irgendwie überraschende Erkenntnis macht mein Herz ein wenig ruhiger und ich freue mich, dass ich zu der wichtigsten Sache in Pauls Leben beitragen kann: Gottes Wege zu gehen und Gottes Liebe und Geborgenheit zu erfahren.

Welche Aufgabe könnte wichtiger und größer sein, als seine Geliebten und Ungeliebten vor den Thron Gottes zu bringen?

Im Gottesdienst gestern ging es u.a. darum, füreinander im Gebet einzustehen. Sich gegenseitig vor Gottes Thron zu bringen. Und gerade in schwierigen Zeiten zusammen zu rücken und gemeinsam im Gebet und durch Gebet das Leben zu durchkämpfen.

Ich denke darüber nach, wieso ich so mundfaul gegenüber Gott bin? Wieso ist es so schwer für mich, mich mit ihm zu unterhalten. Laut. Nicht nur in Gedanken.
Nun, es hängt damit zusammen, dass ich irgendwann gelernt habe, nicht mehr laut meine Gedanken zu äußern. Insbesondere meinem Stiefvater oder Männern gegenüber. Ich lerne in Gedanken zu formulieren und zu sagen, was richtig ist. Das habe ich dann ausgeweitet auf meine Mutter, meine Geschwister, meine gesamte Familie. Und auch auf Gott.
Aus Angst, die andere Meinung zu hören.

Im Kopf ist mir klar, dass ich bei Gott keine Angst haben brauche. Ich weiß ja, dass er es besser weiß. Doch darum geht es nicht. Bei Gott darf ich sagen was ich denke – und wenn ich es mit ehrlichem Herzen tu und nicht nur fromme Floskeln und Phrasen schwing, dann entsteht ein Dialog, in dem Gott mich ernst nimmt.

In der Bibel gibt es immer wieder Situationen der Israeliten, in denen sie vor einem Krieg mit einem anderen Volk stehen. Ab und an sagt Gott „kämpft nicht! Die Lobpreiser, die Musik mir zur Ehren machen, sollen vor dem Heer dem Feind entgegen gehen.“ Und in jeder einzelnen Situation siegten die Israeliten über das andere Volk.

Für die Musiker war das sicherlich kein angenehmes Gefühl, ohne militärischen Schutz einem Feind entgegen zu ziehen, das dem eigenen Volk zahlen- und kräftemäßig bei weitem überlegen war. Doch nur dadurch, dass sie Vertrauen zu Gott lebten, an die Front gingen und Musik zu Gottes Ehre machten, erlebte das ganze Volk Israel einen Sieg.

Ich bin Musikerin. Lobpreiserin mit jeder Faser meines Herzens. Und ich möchte mich darauf einlassen, in den Kampf zu ziehen gegen die Feinde meiner Mitmenschen. Feinde wie Krankheit, Einsamkeit, finanzielle Not, Neid, Eifersucht, Hass, andere Menschen, irgendwelches Leid.

Mit Jesu Blut auf meiner Flagge gehe ich mit neuem Mut und neuem Bewusstsein in den Kampf.

Wie ein falsches Bild unser Leben beeinflussen kann

Vor zwei Wochen verletzte ich mich am Ellbogen beim Boxen. Nachdem meine Hausärztin mich zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus geschickt hatte, wurde mir dort eine Gipsschiene verpasst. Diagnose: Bruch des Radiusköpfchens und Verletzung von mindestens einem Band.

Bumm.

Als Musikerin konnte ich mir was prickelnderes vorstellen, als ne olle Schiene zu tragen.

Nun war ich gestern zum Verbandswechsel bei meiner Ärztin. Ich händigte ihr das Röntgenbild aus und beobachtete, wie ihr das Gesicht aus dem Gesicht glitt. Fassungslos starrte sie das Bild und dann mich an und fragte „Ist das das richtige Bild?“. Ich bejahte und fragte, was los sei. Etwas, das meine sonst so ausgeglichene Hausärztin aus der Ruhe brachte, machte mich unruhig.

Sie seufzte tief und sagte „Das ist nicht Ihr Arm. Es ist weder ein rechter Arm zu sehen, noch kann ich mich nicht daran erinnern, dass Sie Helmut heißen.“

Öhm. Da war sogar ich sprachlos. Zwei Wochen umsonst die Schiene getragen.

Bei dem angeforderten und prompt gelieferten richtigen Röntgenbild war nichts zu sehen. Keine Fraktur, keine Verrenkung, keine Auskugelung.
Heute muss ich allerdings nochmal zum MRT, um die Bänder checken zu lassen.

Der ganze Vorfall stimmt mich nachdenklich. Ich bin Gott dankbar, dass ich keinen Schaden davon getragen habe. Doch frage ich mich, wie es wohl Helmut ergangen ist. Wurde er richtig behandelt? Hat er Nachteile erlitten? Es beschäftigt mich.

Mein Wahlonkel Klaus sagte „sei froh, dass sie dir kein Bein amputiert haben.“ Ich muss lachen. Ja, besser arm dran wie Bein ab.
Ärzte sind eben auch nur Menschen. Ich nehm es mit Humor.

Doch ich denke darüber nach, wie uns ein falsches Bild von einer Person, von uns, von einer Situation, von was auch immer, beeinflusst.
In den zwei Wochen mit Schiene war ich doch eingeschränkt. Nicht unbedingt im alltäglichen Leben. Schreiben, duschen, Zähneputzen, kochen, Ladendienst – das schaffte ich alles mit links 😉  Doch im Inneren beschränkte es mich. Ich konnte keine Musik machen, keinen Sport, keine Holzarbeit, kein Handwerk – all diese Dinge, die mir Luft zum Atmen verschaffen. Dafür hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Zum Beispiel über die Frage, warum es in der Natur keinen Kubismus gibt, warum es so gut wie keinen Herz- Krebs gibt und ob es ein Instrument gibt, das man mit einer Hand spielen kann.
Aber auch über alltagsrelevante Themen. Beispielsweise was einem Menschen Wert gibt, was einem Menschen Wert nimmt, ob es so etwas wie eine Daseinsberechtigung gibt und wie ich Nächstenliebe innerhalb meiner Grenzen und Möglichkeiten leben kann und ausweiten.

Nunja, ich war nun nur durch ein falschen Röntgenbild eingeschränkt. Doch wie oft schränke ich mich selbst ein, indem ich ein falsches Bild von mir oder anderen oder einer Situation habe? Warum passe ich das Bild über andere, immer meinen bekannten und schon da gewesenen Parameter an?

Natürlich ist das nicht schlecht, wenn wir schon Parameter haben. Das sind erlernte und hilfreiche Äquivalente, die uns auch schützen können. Aber manchmal müssen wir unser Äquivalentensortiment überprüfen. Vor allem dann, wenn wir stecken bleiben oder wir merken, dass wir dabei zu Grunde gehen oder uns aufreiben.

Ich möchte dich einladen und herausfordern, in den nächsten Tagen deine Einschätzungen über andere und dich selbst zu beobachten und zu revedieren.

News

Es ist Montag morgen. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und draußen ist es A***kalt. Doch in mir ist eine genießerische Ruhe entstanden.

Ich sitze in der Küche und es scheint nur eines zu geben: Gott und mich.

Nein, mein Leben ist nicht plötzlich ruhig und ausgeglichen und es gibt keine Glitzerstaubwölkchenmomente. Aber diesen Moment mit Gott heute morgen, den gibt es. Statt Glitzer streu ich Kaffee drauf.

Als ich so nachdenke, wie die letzten Wochen waren, frag ich mich unweigerlich auch, wieso das mit Gott und mir so ein Hin und Her ist. Ein Auf und Ab. Liegt es an meinem Verhaltensmuster à la hug & hate? Oder ist es normal? Wie (er-) leben das andere Christen, die sich ehrlich hinterfragen?

Ich bin generell ein Mensch, der beziehungstechnisch sehr antriebsarm ist. Ja, ich habe Freunde, aber wir hocken nicht ständig aufeinander. Ich kann ganz gut alleine sein. Und ich liebe es, auch mal einen Sonntag mich nur ins Bett zu legen, die Decke anstarren und ein Hörbuch zu hören. Herrlich.

Tja, also das ist so eine Frage die mich grad beschäftigt.

Ansonsten ist einiges passiert. Ich wurde zweimal Ersatztante. Werde bald wieder Großcousine. Oh und was ganz Witziges war noch:

Vor drei Wochen im Gottesdienst war unsere Lobpreisleiterin alleine. Da hör ich von Gott „spiel heute mit.“ Äh… ich? Aber ich hab noch nie mitgespielt… Trotzdem hab ich Sarizia gefragt und die hat sich gefreut. Also hockte ich mich aufs Cajon und trommelte mit. Das war echt klasse und ich hab gespürt, wie sehr ich das gemeinsame Musizieren und dabei andere in Gottes Gegenwart führen, vermisst habe.

Das Ergebnis war, dass ich nun offiziell in der Lobpreisband mitspielen darf.

Blöderweise habe ich mir einen Tag danach den Ellbogen gebrochen mit Bänderschaden… Nun muss ich drei Wochen warten…

Was meinen therapeutischen Prozess angeht, gehe ich weiter voran. Die Lage hat sich etwas beruhigt und ich hab an innerer Sicherheit gewonnen. Trotzdem ist das Thema Manipulation noch nicht vom Tisch. Doch wir – meine Therapeutin und ich – konnten rausarbeiten, dass es mit meinem Mutterthema zu tun hat.

Das bedeutet nicht, dass meine Mutter „schuld“ ist, sondern dass mein subjektives Erleben, also wie ich als Kind manches erlebt habe, mein Verhalten geprägt hat.

Das Verhalten anderer Menschen, insbesondere der Menschen denen wir anvertraut sind, prägt uns. Gerade Kinder lernen durch Imitation. Das bedeutet wiederum, dass sie sehr genau beobachten und auch, dass sie jedes Detail wahrnehmen.

Ich erlebe das immer wieder, wenn ich zum Beispiel draußen stehe zum Rauchen. Oft „erwische“ ich mich dabei, dass ich genau so da stehe wie mein Stiefvater da stand, als er noch geraucht hat. Oder dass ich auf dem Sofa liege wie er oder auf dem Stuhl sitze wie er.

Bezogen auf meine Mutter habe ich eher andere Sachen abgeguckt. Die Tupperdosenschubladenordnung zum Beispiel. Die Art und Weise, die Wäsche aufzuhängen. Oder wie rum die Klopapierrolle richtig drin hängt.

Interessant.

Aber das bedeutet doch auch, dass ich mir von meinem himmlischen Vater jede Menge abgucken kann… oder?

Happy new YEAR!

Ein neues Jahr hat begonnen. Der Jahreswechsel war schön. Wir machten Musik für Gott und tanzten in seiner Gegenwart. Wow. Was für eine Erfahrung!

Inmitten von Umbau, Frust, Krise, und Wahrheit die mir gar nicht schmeckt, höre ich immer wieder die Zusage „Gott liebt dich!“

Ich zweifel daran. Kann es nicht glauben. Will es nicht glauben.

Bockig, widerstrebend, kratzbürstig renne ich durch die Tage und weiß nicht wohin mit mir und meinem Frust. Mein Umfeld bekommt meinen Unmut ab und muss mich aushalten.

Nein, es gab kein Glitzerwunderstaubwölkchenmoment und alles war wieder gut. Ich trage viele Steine in mir und möchte am liebsten flüchten. Schlafen. Therapie abbrechen. Alleine sein.

Wieso ist alles was ich tue falsch? Manipulativ? Nicht gut?

Ich weiß es nicht. Noch blicke ich nicht durch. Es ist viel Chaos in mir. Keine klaren Gedanken. Keine Erklärungen. Bedeutungen. Einsehen.

In allem was ich tue bin ich unsicher. Habe Angst, eine Katastrophe auszulösen. Falsch zu handeln, denken und fühlen.

Doch wie soll ich das ändern?

Ich weiß es nicht.

Und inmitten meines inneren Orkans höre ich „Gott ist für dich. Wer kann gegen dich sein?“

Ob das so stimmt?

Ich weiß es nicht.